Michael von Jung

Ritter des Königlich Württembergischen Civilverdienst-Ordens. Sein wichtigstes Werk: „Melpomene oder Grablieder“.

Der gebürtige Saulgauer Michael Jung war katholischer Geistlicher und 1811 bis 1849 Pfarrer in Kirchdorf an der Iller. Erst 20 Jahre nach seinem Tod wurde er berühmt als „eine Erscheinung einzig in ihrer Art und absolut unnachahmlich“ (Anonymus im Württembergischen Staatsanzeiger 1878) – als Original. Er goß nämlich seine Leichenreden in Verse und sang sie auch auf dem Friedhof nach populären Melodien.

Den höchsten zivilen Orden des Königreichs Württemberg, der mit dem persönlichen Adel verbunden war, erhielt er 1814 nicht für seine Poesie, sondern „wegen seines ausgezeichneten Benehmens bei der Nerven-Fieber-Epidemie“:

Er hatte seine vom Typhus befallene Gemeinde aufopfernd und in vorbildlicher Weise betreut. Mit 68 Jahren wurde er auf einen "seinem gebrechlichen Alter angemessenen Posten" versetzt - nicht strafweise wegen seines Beerdigungsrituals, das zu seinen Lebenszeiten gar kein besonders Aufsehen erregte. Er starb 1858 als Kaplan in Tettnang.

 
Powered by KIRU